23
Feb
2012

sorry Xavier

Sorry, Xavier, ich muss Dir einen Text klauen.
Es passt grade.
Ich weiss noch nicht wohin mich der Weg führt.
Das Ziel ist fern und verschwommen.
Aber ich gehe mal los.

Also ging ich diese Straße lang und die Straße führte zu mir.
Das Lied, das du am letzten Abend sangst, spielte nun in mir.
Noch ein paar Schritte und dann war ich da mit dem Schlüssel zu dieser Tür.

Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer.
Nicht mit vielen wirst du dir einig sein, doch dieses Leben bietet so viel mehr.

Es war nur ein kleiner Augenblick, einen Moment war ich nicht da.
Danach ging ich einen kleinen Schritt und dann wurde es mir klar.

Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer.
Nicht mit vielen wirst du dir einig sein, doch dieses Leben bietet so viel mehr.

Manche treten dich, manche lieben dich, manche geben sich für dich auf.
Manche segnen dich, setz dein Segel nicht, wenn der Wind das Meer aufbraust.
Manche treten dich, manche lieben dich, manche geben sich für dich auf.
Manche segnen dich, setz dein Segel nicht, wenn der Wind das Meer aufbraust.

Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer.
Nicht mit vielen wirst du dir einig sein, doch dieses Leben bietet so viel mehr.

Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer.
Nicht mit vielen wirst du dir einig sein, doch dieses Leben bietet so viel mehr.

Dieser Weg........ dieser Weg ist steinig und schwer.
Nicht mit vielen wirst du dir einig sein, doch dieses Leben bietet so viel mehr.

Dieser Weg.

Dieser Weg...

22
Feb
2012

doping

Ich habs versucht.
Melisse
Bitterschokolade
Leberwurst mit Pistazienstückchen
Anis
Dolce Latte
Marzipan
Lorbeer
Tee
Steak
Parmesan
Das Doping hilft nicht.
Ich habe keinen Hunger.

Und dabei esse ich so gern...

21
Feb
2012

wohin

Wohin.
Ich kann nicht mehr.
Ich bin so schwer.
Ich sehe keinen Weg.

Ich möchte fliehen,
aber sie halten mich fest.
Meine Gedanken.
Ich will keine Probleme lösen.

Es hilft nichts.

Es geht immer weiter.

Wohin.

Es ist Zeit, dass ich verschwinde.

Wohin ?

20
Feb
2012

gestern

Gestern gab es Tränen.

In all der dunklen Zeit

hatte ich vergessen,

dass man auch vor LACHEN

weinen kann...

19
Feb
2012

in

In der Nacht hat irgendwer
den Mond gestohlen
und die Sterne auch gleich mitgenommen.
In der stockfinsteren Kälte tapse ich zum Auto.
Neben dem Wagen steht ein Mann
und schaut mich an.
"Morning, Mr. Reed.", sage ich, "need a ride?".
"Yeah", antwortet Lou
und lässt sich in den Wagen fallen.
Er knallt die Türe zu
und lehnt seinen Kopf an die Seitenscheibe.
Während ich den Diesel vorglühen lasse
zieht er eine Zigarette aus seiner
Jackentasche.
"Sorry, Lou", sage ich in seine Richtung,
"smoking is prohibited in this vehicle."
"Sure" sagt Mr. Reed,
und während ich den Motor anlasse,
sehe ich ein Streichholz aufflammen.
Lou pfafft genüsslich und schweigt.
Ich gurte mich an. Er nicht.
"Ah, Lou?", versuche ich es vorsichtig "the safety belt?"
"There is no safety in this fuckin world", brummt Mr. Reed.
Und zieht an seiner Zigarette.
Nach einem Kilometer knurrt er:
"Music ?"
"If ya wouldn´t mind", sage ich höflich.
Und Lou singt für mich.
Perfect day.
Wie passend.
Und wie angenehm, um 5 Uhr morgens
keine anstrengende Konversation üben zu müssen.
Meine Augen sind schmale Sehschlitze.
Mr. Reed macht Musik und ich höre zu.
Er ist ein guter Beifahrer.
Redet nicht.
Lenkt nicht ab.
Hält mich wach.
Verhält sich gelassen, als ich in einer eisigen Kurve
um das gewisse marginale Quentchen zu schnell bin.
Walk on the wild side...
Wir fahren durch die Finsternis
und ich genieße die Musik.
Woher hat er plötzlich die Gitarre ?!
Sattelite of love...
Lou spielt und singt und raucht.
Alles gleichzeitig. Wie geht das?!
Wunderbar, dieser Mann.
Ooohhh baby...
Leave me alone...
Crazy feeling...
Nowhere at all...
I´m waiting for my man...
Frustration...

Ich werde ihn wieder als Sozius mitnehmen.

18
Feb
2012

gülden

Gülden wie die Sichel eines alten Druiden
hängt der Mond an einem seidenen Faden
tief am Morgenhimmel.
Unwirklich gross
wie in ein Märchenbuch gemalt.
Ich fliege durch die sternklare Nacht
und aus sechs Lautsprechern
singt Bruce
nur für mich.
Was könnte jetzt schöner sein,
als vom Boss geweckt zu werden...
Der Tag ist noch nicht geboren
und ich winde mich über enge Kurven
durch Wälder und Eis
hinauf auf den Berg.
Der Stall empfängt mich
mit einer vertrauten, duftenden Wärme.
Ruhig gehe ich ans Werk.
Sogar die starrsinngsten der Herde
lassen sich geduldig von mir
anfassen
und während ich ihre Euter massiere
und leise auf sie einrede
lehnen sie ihren dicken Bauch
vertrauensvoll an meinen Kopf.
Eine dreht sich um,
berührt meine Schulter mit ihrer
weichen, feuchten Nase
und schnaubt zufrieden.
Willkommen.
Du machst das gut.
Sagt sie.
Als ich aus dem alten Gebäude trete
begrüßt mich ein blutroter Morgen...

17
Feb
2012

1985

1985 habe ich dies hier geschrieben,
und irgendwie
ist es
für mich
grade wieder gültig.

verschwindet
ich will euch nicht mehr sehen
ich will alleine sein
will nachdenken
über mich
ich will Musik hören
voll aufdrehen
nein ich will doch Ruhe
oder Lärm machen, wann ich will
und nicht dann
wann es euch recht ist
ich will schlafen
bis ich nicht mehr müde bin
oder nein, ich will müde sein
ich will im Regen spazieren gehen
ja, auch wenn ich nass werde
gerade wenn ich nass werde
ich will fort von hier
allein
nein, doch nicht allein
ich will fort
mit einem
der mich versteht
mit dem ich reden kann
ohne worte
ich will fort
ich will fort
ich will endlich weg
aus dem Leben...

16
Feb
2012

es

Es gibt Menschen,
bei denen ich während einer Unterhaltung
aufs Klo gehen könnte
und eine ausgiebige Sitzung abhalten könnte,
ohne auch nur den geringsten Teil
des Gesprächs
zu versäumen.
Das sind Bach - Menschen.
Wie ein dahinplätscherndes Rinnsal
brabbeln sie vor sich hin,
völlig sinnfrei
und ermüdend.

Und dann gibt es Menschen,
bei denen ich die Ohren spitzen muss.
All meine Gehirnwindungen
aktivieren will,
um jedes Wort
und seine Bedeutung
aufsaugen zu können.
Wo Sarkasmus und Zweideutigkeit
in Sätze eingeflochten sind
und das Gespräch
so lebhaft und einzigartig machen.
Das sind Strom - Menschen.
Wie der Amazonas.
Mitreissend, fließend,
unaufhaltsam und tief.
Gefährlich.

Ich brauche das.
Es fordert mich.
Gerade jetzt,
wo ich so schrecklich
isoliert und ohne
Gespräche bin.
Die Forderung,
teilzunehmen an Gedanken und
Formulierungen tut mir gut.
Es schärft meine Aufmerksamkeit.
Und es verlangt,
auf dem Strom nicht unterzugehen.


Es ist lange her,
dass ich das erleben durfte.
Gestern aber
bekam ich dieses Geschenk.
Ein wilder Amazonas.
Und er hat mich erfüllt.
Mit einem Hauch Leben...
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